Biografie
Marc Muellbauer
wurde 1968 in London geboren, er kam mit seiner Familie im Alter von 3 Jahren nach Deutschland. Als Kind wehrte er sich erfolgreich gegen alle Versuche der Eltern, ihm ein Instrument nahezubringen, liebte aber Musik, und fing mit 13 an, sich Platten zu kaufen.
Nachdem er als Hardrockfan bis zu Deep Purple vorgedrungen war, entdeckte er in einem Laden die Platte "Night Passage" von Weather Report. Er war elektrisiert von dem Bassisten mit dem merkwürdigen Namen Jaco Pastorius. Er kaufte sich sofort einen E-Baß, lernte 3 Akkorde und gründete eine Band. Er war 15 Jahre alt. Zwei Jahre und 3 Bands später nahm er E-Baßunterricht bei Stefan Rademacher, und an der Musikschule Viersen Kontrabaßunterricht bei Hans-Günther Hilgers. Er wollte damals Noten lesen lernen, und er dachte "dazu braucht man Klassikunterricht".
Dieser Irrtum brachte Ihn zu seinem Instrument, zu seinem Studium der sogenannten "Klassischen Musik", und brachte ihm eben diese -europäische, aufgeschriebene- Musik der letzten 400 Jahre ins Bewußtsein. Er studierte ab 1989 an der "Folkwang Hochschule Ruhr" in Duisburg, und machte schließlich sein Diplom an der "Hochschule der Künste" Berlin bei Michael Wolf. Während des Studiums spielte er in Jazzbands, schrieb eigene Stücke, und nahm immer wieder Unterricht bei Jazzbassisten. Er machte noch in Duisburg die ersten Erfahrungen mit "Neuer Musik", lernte in Workshops an der Hochschule Maurizio Kagel und Karlheinz Stockhausen kennen, und spielte mit der "Musikfabrik Nordrhein-Westfahlen" zwei Stücke von Helmut Lachenman -dessen Musik und Person ihn sehr beeindruckte.
1994 zog er nach Berlin um, um sein Klassikstudium an der Hochschule der Künste zuendezubringen und wurde bald festes Mitglied des Ensembles für Neue Musik "United Berlin", mit denen er bis 1996 spielte. In dieser Zeit spielte er viele Uraufführungen neuer Werke, aber auch Stücke von Ligeti, Berg, Webern, Schönberg, I-Sang-Yun, und auch wieder Lachenman.
Parallel dazu wurde ihm klar, daß er eigentlich überhaupt keine Ahnung von der Jazztradition hatte. Er nahm wieder Jazzunterricht, und vor allem begann er ernsthaft, Basslinien von Platten runterzuhören.
Seit seinem Umzug nach Berlin ist er ein sehr gefragter Sideman im Jazz aber auch in anderen Musikstilen geworden. Schon für seine ersten Bands hatte Muellbauer komponiert, in Berlin liess ihn diese Seite seiner Kreativität nicht mehr los und er gründete mit Daniel Mattar und Julia Hülsmann die Band "Ginster 7", mit Klavier, Gitarre, Akkordeon, Bass, Klarinette, Trompete und Gesang. Daraus entwickelte er während seines Aufbaustudiums Jazz an der HdK die Idee zu seiner Band "Marc Muellbauer´s Kaleidoscope".
Im September 2004 erscheint die CD "Quiet" dieser Band, die gleichzeitig seine erste Produktion als Bandleader ist.
Werdegang und Ausbildung:
- Geboren 1968 in London, England
- 1971 Umzug nach Krefeld, Deutschland
- dort zunächst Besuch einer englischen Schule
- 1985-1988 Kontrabaßunterricht bei Hans-Günther Hilgers an der Kreismusikschule Viersen
- 1988 zweiter Preis beim Landeswettbewerb Jugend Musiziert NRW
- seit 1989 Kontrabaßstudium bei Michael Wolf an der Folkwang Hochschule, Abt. Duisburg, und seit 1994 (auch bei Michael Wolf) an der Hochschule der Künste, Berlin.
- 1996 Diplom Orchester Musik an der HdK Berlin
- Jazzunterricht (Bass/Komposition/Improvisation) bei: Charlie Banacos, Stefan Rademacher, Rufus Ried, Richie Beirach, Kirk Nurock, Mike Richmond, Dieter Ilg, Wayne Roberts, James Knapp, David Friedman, Peter Weniger, Sigi Busch, Maria Schneider, u.a.)
- 2002 Konzertexamen Jazz, an der Hochschule der Künste, Berlin 1994-1996
Arbeit als Komponist und Bandleader:
"Marc Muellbauer's Kaleidoscope" (CD "Quiet" 2004 bei Schoener Hoeren)
Arbeit als Lehrer:
- seit 1998 Lehrbeauftragter für Jazzkontrabaß an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin
- seit 2000 Lehrer für Jazzkontrabass an der Musikschule Reinickendorf in Berlin
Jazz Projekte:
- seit 1996 Julia Hülsmann Trio (CDs: 2000 bei BIT: "Trio" 2003 bei ACT: "Scattering Poems" feat. Rebekka Bakken, 2004 bei ACT: "Come Closer" feat. Anna Lauvergnac
- seit 1995 Dirk Homuth Quartett (CD "Der Reiz des Unbekannten" 1998)
- Duo "Sleepwalk" mit Rolf v. Nordenskjöld -Querflöte: (CD 1998 bei BIT: "Sleep Walk")
Weiterhin Zusammenarbeit mit Tony Lakatos, Wilson de Oliviera, Dirk Engelhardt, Jerry Granelli, Judy Niemack, Jean-Francois Prins, Marc Secara, Esther Kaiser, Marek Balata, und Karrin Allyson.
Andere Projekte:
- Mitglied des Ensembles "United Berlin" (CD-produktion "New Saxophone Chamber Music" 1996, col legno)
- 1996- 2000 Bassist bei Klaus Hoffmann (CDs: "Hoffmann singt Brel", "Brel, die letzte Vorstellung", "Hoffmann, Berlin", "Mein Weg")
- seit 1998 Mitglied im Tangoquintett "Yira Yira" (CD "Midnight Tango" 1999)
- seit 2001 Bassist bei Tim Fisher (CD "Walzerdelirium")